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Welikij Nowgorod und der Hansebund der Neuzeit


Welikij Nowgorod und der Hansebund der Neuzeit Die mittelalterliche Hanse gilt zu Recht als Vorbild des modernen europäischen Binnenmarkts. An die langen Traditionen der partnerschaftlichen Zusammenarbeit in Europa, die auch im 21. Jahrhundert an Bedeutung gewinnen, knüpfte der 1980 entstandene Städtebund „Die Hanse der Neuzeit“.

Im Laufe mehrerer Jahrhunderte war Welikij Nowgorod der wichtigste Handelspartner der Hanse, ein Bindeglied zwischen dem mittelalterlichen Europa und Russland. 1993 wurde Nowgorod als erste russische Stadt Mitglied des Hansebundes der Neuzeit. Seither zeigt Welikij Nowgorod seine Jahrhunderte alten Traditionen bei den jährlichen Internationalen Hansetagen.

2009 feiert Welikij Nowgorod sein 1150-jähriges Stadtjubiläum und zelebriert als erste russische Stadt den Internationalen Hansetag der Neuzeit unter dem Motto «Die Grenzen erweitern …». Beruhend auf jahrhundertealten Traditionen der mittelalterlichen Hanse hat sich der Hansebund der Neuzeit die Bewahrung des Kulturerbes als vorrangige Aufgabe gestellt.

1993 beschloss die Hansekommission bei ihrer Sitzung in Stade, im Rahmen einer Solidaritätsaktion aller Hansestädte durch Spenden der Bevölkerung die finanziellen Mittel für die Restaurierung der mittelalterlichen Nikolaus-Kathedrale im Jaroslaw-Hof in Welikij Nowgorod aufzubringen. 1113 begann der Bau der Kathedrale, die 1136 dem in Russland besonders verehrten Heiligen Nikolaus dem Wundertäter geweiht wurde.

Seit 1992 gehört die Kathedrale zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Kathedrale, die fast so alt wie Welikij Nowgorod ist, und neun Jahrhunderte lang im Herzen der Stadt – auf dem Jaroslaw-Hof – steht, benötigte Ende des 20. Jahrhunderts dringend eine aufwendige Restauration. Wären die Restaurationsarbeiten nicht in kürzester Zeit durchgeführt worden, hätte das einzigartige Baudenkmal aus dem 12. Jahrhundert für immer verloren gehen können.

Russland befand sich damals in einer tiefen Wirtschaftskrise, und das Projekt schien unausführbar zu sein. Die Hansestädte kamen dann, wie schon häufig in der jahrhundertelangen Geschichte der partnerschaftlichen Beziehungen, den Nowgorodern zu Hilfe.

Am 20. Juni 1994 unterzeichneten die Bürgermeister von Nowogorod und Lübeck – Alexander Korsunow und Michael Bouteiller – den Vertrag zwischen der Stadt Nowgorod und der Hansekommission über die Finanzierung der Restaurierung von der Nikolaus-Kathedrale. Im Jahre 1999, als Nowgorod das 1140-jährige Stadtjubiläum feierte, wurde die im ursprünglichen Glanz erstrahlende Kathedrale den Nowgoroder Bürgern und ihren Gästen erstmals vorgestellt.

Rund 100 Städte aus 10 Ländern (Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Niederlande, Norwegen, Schweden, Polen, Russland und Deutschland) haben sich an der Spendenaktion und somit an der „Rettung“ der Nikolaus-Kathedrale beteiligt. Mit großer Dankbarkeit wird an die Spenden und Spender in Nowgorod erinnert: Vor dem Eingang zum Innenraum der Kathedrale findet man die Namen dieser Städte.

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